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Einladung zur Saar-OL-Challenge 2015 >
< 1x Bronze und ganz viele neue Erfahrungen


OL auf zwei Rädern

Am heutigen Sonntag (14.06.15) wagte ich seit langem nochmal einen Disziplinwechsel und startete beim Mountainbike-Orienteering (MTBO), zu dem Ex-Nationaltrainer und Buchautor Wilf Holloway eingeladen hatte. Bei sonnigem Wetter begab ich mich auf die 12 km-Strecke und konnte mich am Ende über Platz 4, neue Erfahrungen und nette Gespräche beim Kuchenessen freuen.


meine Mittelstreckenbahn mit GPS-Track

Birte beim Kartenstudium

Wilf erfasst im Ziel die Fahrzeiten

Bishausen heißt das kleine Dorf nördlich von Göttingen, wo mein Bad Harzburger Vereinskamerad Wilf wohnt. Schon in den letzten beiden Jahren erreichte mich jeweils eine Einladung zum MTBO-Trainingswettkampf ab Wilfs Haus, jetzt, im dritten Jahr, passte der Termin endlich in meinen Kalender. Da ich ob der Waldtauglichkeit meines Fahrrads etwas skeptisch war, entschied ich mich nach Beratung von Wilf für die Mittelstrecke, auch 7 oder 18 km hätte es zur Auswahl gegeben. Ca. 25 Meldungen versprachen einen familiären Wettkampf, bei dem es an Konkurrenz trotzdem nicht mangelte.

Den Hinweg legte ich mit Rad und Bahn zurück, sodass ich noch einigermaßen frisch am WKZ in der Garage ankam. Nach dem Umziehen durfte ich auch schon bald los auf meine Bahn. Als ich dann endlich meine Karte am Start in die Lenkerhalterung gefriemelt hatte, kam mir der Weg zum Startdreieck auf der Karte im ungewohnten Maßstab 1:25.000 schon so lang vor, dass ich mich für die kürzere, aber deutlich steilere und schlechter befahrbare Route zum ersten Posten entschied. Als mein Weg dann auch noch mitten in einem jungen Buchenbestand endete, war ich mir sicher, mich falsch entschieden zu haben. Ich wechselte den Weg und kam nach 15 min und zwischenzeitlichem Schieben dann doch noch am ersten Posten an. Aber Ärgern hilft ja nichts, weswegen ich mich zum Glück auf den nächsten Posten konzentrieren konnte. Ab da konnte ich die Befahrbarkeit der Wege dann auch besser einschätzen, sodass mir die Routenwahlen keine Probleme mehr bereiteten. Es ging auf Schotterwegen bergab, einen Radweg entlang, durch ein kleines Dorf, über Feldwege, durch die Menschenmengen auf einem Hoffest und nach vier Wiesenposten dann auch wieder in den Wald zurück. Zwischendurch konnte ich teilweise richtig Gas geben, vor allem bergab fuhr ich dagegen lieber vorsichtig, da ich meinen Bremsen nicht zu 100 Prozent vertraute.  Am vorletzten Posten musste ich dann zum ersten und einzigen Mal an diesem Tag suchen, da ich vom Weg aus die schmale Postenmarkierung übersehen hatte. Nachdem ich dann im Umkreis von 100 Metern alle Wege eingemessen hatte und schon ohne den Posten weiterfahren wollte (vielleicht hat ihn ja jemand geklaut?), sah ich das Flatterband dann doch noch. Mist, 3 Minuten verschenkt! Zum letzten Posten ging es dann nur noch bergab, wobei ich wegen der Bremsbeläge Schwierigkeiten hatte, mein Rad am richtigen Fleck zum Stehen zu bringen. Nach 1:24:10 h erreichte ich das Ziel, meine Uhr zeigte mir 18,01 gefahrene Kilometer an. Dadurch, dass man nicht querfeldein fahren kann, legt man doch auch ohne Fehler eine deutlich längere Strecke als die Luftlinie zurück.

Nach dem „Lauf“ gab es dann noch fast drei Stunden gemütliches Beisammensein im Holloway-Garten, wo mehrere leckere Kuchen und Getränke warteten. Natürlich wurden auch die Routenwahlen verglichen. Es war einfach schön, mal ganz ohne Zeitdruck mit netten OLern in der Sonne zu sitzen und nicht daran zu denken, welche Arbeit einen zu Hause noch erwartet. Danke an Wilf und Heidrun für die Organisation! Über meine 28 Sekunden Rückstand auf Birte, die ich sicher noch irgendwo hätte rausfahren können, ärgerte ich mich deswegen fast nicht. Schließlich verständigte ich mich mit Frank, auch aus Göttingen, dann darauf, dass wir mit dem Rad zurück fahren, sodass sich an den Wettkampf noch eine kleine Tour anschloss. Und ehrlich gesagt ist man mit dem Rad doch schneller, als wenn man den Umweg über den Bahnhof fährt und dort dann auch noch warten muss. Zur Belohnung für insgesamt 46 Rad-Kilometer durften dann frische Erdbeeren vom Stand kurz vor meinem Ziel, Herberhausen, herhalten.

Mein persönliches Fazit: MTBO ist eine schöne Abwechslung, wenn man sonst jedes Wochenende OLs läuft. Die Orientierungsanforderungen sind etwas anders, da man, um während des Fahrens nicht so oft auf die Karte schauen zu müssen, viel längere Wegstrecken vorplanen muss. Wenn man eine entsprechende Halterung für die Karte hat und diese immer mitdreht, kommt man aber ganz gut klar. Einen Kompass braucht man dabei gar nicht, zumindest habe ich meinen heute kein einziges Mal benutzt. Wichtig ist, die eigenen Fahrfähigkeiten gut einschätzen zu können, damit man sie in die Routenwahl mit einbeziehen kann. Denn obwohl man sich nur auf Wegen fortbewegt, gibt es doch große Unterschiede in der Befahrbarkeit und der Steigung. 

Mir hat mein vierter MTBO-Versuch sehr viel Spaß gemacht und ich habe mir vorgenommen, nach Erneuerung meiner Bremsen öfter mit dem Rad im Wald unterwegs zu sein. Dann natürlich auch wieder mit Karte und vielleicht ja sogar in Bishausen.

 

(Bilder: Kowalewski & Döllgast)

Autor: Nina Döllgast
Eingestellt am: 14.06.2015