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< Ergebnisse 2.Lauf SaarlandCup 2017


Start der nationalen OL-Saison bei Dunkelheit

Während im Saarland am Samstagabend (18.03.) die letzten Vorbereitungen für den 2. Lauf zum SaarlandCup getroffen wurden, konnten in der Melchower Schweiz, nördlich von Berlin, die ersten BRL-Punkte des Jahres erlaufen werden. Abgerundet wurde das OL-Wochenende mit einer sonntäglichen Mitteldistanz beim 50. Berliner Winter-OL. Einzige Saarländerin am Start war Nina Döllgast.


verschiedene Routenwahlen auf dem ersten langen Schlag meiner Bahn

Ausschnitt meiner Mitteldistanz-Bahn vom Sonntag

Das Teilnehmerfeld war mit ca. 180 Startern leider sehr klein, die Elitekategorien dafür noch relativ gut besetzt. Nach und nach füllte sich das kleine Wettkampfzentrum, Stirnlampen wurden getestet und Freunde nach langer Winterpause endlich wieder getroffen.

Beim Nacht-OL ist immer eine gewisse Spannung dabei, mehr noch als beim Tag-OL. Mehr Ungewissheit, mehr Respekt vor dem Gelände, mehr Angst vor Fehlern. Durch die starke Einschränkung des Sichtfeldes muss ganz anders orientiert werden, denn das Einlesen im Gelände nach einem Fehler ist je nach Lampe teilweise relativ schwierig. Ich selbst habe mich schon seit Wochen auf die Deutschen Bestenkämpfe im Nacht-OL gefreut, weil sie mein erster Wettkampf für dieses Jahr werden sollten und ich die Herausforderung, im Dunkeln gegen gute Konkurrenz zu laufen, kaum erwarten konnte. Außerdem war ich gespannt, wie der erste längere Belastungstest nach mehrwöchiger, verletzungsbedingter Laufpause klappen würde. Die Karte kannte ich schon vom Team-Wochenende 2015 – ein offener Wald mit detailliertem Höhenbild, sandigem Boden und etwas Dickicht in den brettflachen Bereichen.

Ausgestattet mit meiner kleinen Stirnlampe und einer Ersatzlampe in der Tasche griff ich 19:27 Uhr in der Startbox die Karte und warf einen ersten Blick auf meine 8,5 km-lange Bahn der Damen Elite. 20 Posten sollten gestempelt werden. Ich startete mit einer sicheren Route zum ersten Kontrollpunkt und kam gut in Karte und Gelände rein. Der ungewohnte Maßstab (1:15000) und einige wie Pfade belaufbare, nicht kartierte Schneisen verunsicherten mich manchmal etwas, außerdem hatte ich Schwierigkeiten, die winzigen Fallstriche beim Laufen zu erkennen. Auch mit dem Kompass kam ich nicht so klar und hatte das Gefühl, dass sich die Nadel beim Geradeauslaufen dauernd drehen würde. So kam es, wie es kommen musste, und ich handelte mir an drei Posten insgesamt ca. 3 min unnötige Fehlerzeit ein. Die Zeit wäre trotzdem noch in Ordnung gewesen, wenn ich nicht gegen Ende knapp an einem Posten vorbeigelaufen wäre, ohne ihn zu sehen. Mein zu schwammiger Plan wurde direkt mit 4:30 min Extrazeit bestraft.

So kam ich nach 89:59 min erschöpft im Ziel an, woraus ein 9. Platz wurde. Rang 6 wäre in Reichweite gewesen, die vorderen Plätze aber deutlich nicht – dort gewann Sabine Rothaug (OSC Kassel) mit einer flotten Laufzeit von 62:39 min klar vor Birte Friedrichs (MTV Seesen, 67:57 min) und Farina Freigang (Bielefelder TG, 71:54 min). In der Herren Elite waren die Abstände nach 13,6 km noch größer, hier konnte Sören Lösch (USV Jena) Matthias Kretzschmar und Philipp Müller (beide Post SV Dresden) ebenfalls mehrere Minuten hinter sich lassen.

Zum Berliner Winter-OL im gleichen Wald waren am nächsten Morgen ca. 100 Läufer mehr am Start. Da der Lauf nicht für die Bundesrangliste gewertet wurde und ich nach der kurzen Regenerationszeit vom Vorabend nicht richtig ausgeruht war, sah ich ihn eher als Spaß-Training an. Erst die Pflicht, dann die Kür. Mit voller Sicht und gewohntem Maßstab ging das Orientieren diesmal wie von selbst – ich war total im Flow, hatte jederzeit die volle Kontrolle und verlor nur zwei Mal ein paar Sekunden.  Mit 49:28 min auf 6 km und Platz 11 von 24 war ich dann ganz zufrieden, obwohl der Abstand zu meiner Göttinger Trainingspartnerin Sabine (36:38 min) wieder ziemlich groß war. Diesmal war der Rückstand aber nur rein läuferisch bedingt, und daran lässt sich weiterhin arbeiten.

Zurück im WKZ wurde dann erstmal das Verpflegungsangebot in Anspruch genommen, um nicht zu hungrig die lange Heimfahrt anzutreten. Mittlerweile hatte ein kalter Regen begonnen, der die späteren Starter nass und verfroren ins Ziel begleitete. Glück gehabt! Es war ein solide organisierter Saisonauftakt des ESV Lok Berlin-Schöneweide, der auf jeden Fall deutlich mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte! Bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft mehr OLer an das Erlebnis Nacht-OL herantrauen - beim 24h-OL macht es euch doch auch nichts aus!

Links:

Ergebnisse DBK Nacht (Splits)

Ergebnisse Berliner Winter-OL (Splits)

Homepage der Veranstaltung

 

 

Autor: Nina Döllgast
Eingestellt am: 22.03.2017