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Berlin, Berlin – Wir waren in Berlin!!! >
< Erstmals saarländisches Staffelgold beim JJLVK!


Ich will es 24 Stunden!

Diesem Slogan, der vor einigen Jahren T-Shirt-Aufdruck der legendären Thüringer Teamstaffel war, folgten auch in diesem Mai wieder knapp 900 enthusiastische Orientierungslaufbegeisterte. Für die Jugend ist der JLVK wohl der Jahreshöhepunkt, für manchen Medaillenjäger mag es die deutsche Meisterschaft sein, jedoch für viele der 899 Läufer vom diesjährigen 24-Stunden-OL ist dieser Lauf alle 2 Jahre der (heimliche) Höhepunkt der Saison.


Markus (links in blau) als Startläufer ganz vorne mit dabei

Die von der Leine Gölassenen sind zufrieden mit Platz 36

Anja zwischen den jungen Wilden

Judith mit Spaß auf einer den zehn Strecken ihres Teams

Dritter Platz für unsere Mädels!

Nachvollziehen kann das wohl nur derjenige, der diese einmalige Atmosphäre einmal miterlebt hat. Dazu gehörten in diesem Jahr auch 10 Saarländer. Dank der erstmals durchgeführten 4-Stunden-Kinderstaffel infizierten sich auch 4 unserer Nachwuchsläuferinnen mit dem 24-h-OL Virus.

Zwar war der Wettkampfort südlich von Eisenach für uns aus Westen Anreisende innerhalb Thüringens recht günstig gelegen, dennoch bot die Autofahrt vom kleinen Saarland bis nach Etterwinden am Fuße des Rennsteiges ausreichend Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. Die Autorin war als gebürtige Jenaerin über viele Jahre selbst aktiv im Organisationsteam und konnte den 4 jungen Mädchen im Auto viele Anekdoten aus frühen Jahren erzählen… damals, als es noch keine Dixi-Klos gab und die Gruben selbst ausgehoben werden mußten, von Vitzes legendären Eierkuchen, die im Schmalkaldener Wald auch mal über offenem Feuer gebraten wurden, die allerersten 24-h-OL-T-Shirts - weiß mit Schwarzdruck, die dann in der elterlichen Küche mit Stoffmalfarben coloriert wurden, so dass jedes T-Shirt einmalig wurde, von der alten Kartendrucktechnik und auch von der Posten-Nachtbeleuchtung zu Zeiten, da es noch keine Reflektoren gab und kaum ein Läufer Stirnlampen hatte - eine Flachbatterie mit Glühlämpchen an jedem Nachtposten…

Der Lauf ist seit vielen Jahren durch seine Größe zu einer logistischen Herausforderung und Meisterleistung geworden und dennoch spürt man an sehr vielen Stellen die Liebe zum Detail. Das fängt bei der Gummibärchentüte in der Teamtüte der Kinderstaffeln an, geht über die weiterhin sehr begehrten Eierkuchen (nicht Pfannkuchen!!!), die Märchenstunde für die ganz Kleinen am Nachmittag, die erstmals ein Betrieb genommene Zeltsauna und endet nicht zuletzt bei der bis ins kleinste Detail super erstellten Karte und den vielen differenzierten Bahnen, die jedem Schwierigkeitsgrad etwas zu bieten hatten. Doch nun zum Lauf selber:

Wir 10 Saarländer liefen in 3 verschiedenen Staffeln, da Nina Döllgast mit Studien- und Vereinsfreunden aus ihrer derzeitigen Wahlheimat Göttingen eine Staffel bildete. Die 6 „Von der Leine Gölassenen“ hatten durch Krankheits- und Verletzungspech ein schweres Los. Ein fast reines Frauenteam, das die lange Nacht nur noch zu viert durchstehen musste. Sie haben sich wacker geschlagen und hatten am Sonntagmorgen doch noch fröhliche, wenn auch müde Gesichter.

Unser reines Mädchenteam „Shut up and run away!“ wagte sich an die erstmals angebotene 4-Stunden-Kinderstaffel. Die 4 Nachwuchsläuferinnen Lynn Dautermann, Judith van Bentum, Anne und Lisa Kästner planten ihre Streckenaufteilung und Laufreihenfolge völlig autark. Und ihre Strategie ging auf! Wenige Minuten vor 13 Uhr hatten sie alle möglichen 10 Strecken absolviert und liefen als drittes von 15 Teams aufs Podium.

Auch die ursprünglich rein saarländische 24-Stunden-Staffel mußte im Vorfeld aufgrund von Verletzungen mehrmals umplanen und einen sächsischen Läufer „einkaufen“. Mit Markus Grätsch hatten wir da jedoch einen phantastischen Läufer für uns gewinnen können, der am Samstagmorgen pünktlich 9 Uhr im großen Feld der 168 Startläufer die Staffel anlief. Mit Nathalie Staudter, Jacob Britz, Lukas Dohrmann, Daniel Giemsa und Anja Kästner waren alle anderen Läufer schon 24er-erfahren und konnten die Strecken und die eigenen Laufleistungen relativ gut einschätzen. Trotz der hochsommerlichen Hitze tagsüber liefen alle ihre anvisierten Zeiten, so dass unsere Taktik recht gut aufging. Am Sonntagmorgen standen für unser Team „Anja und die jungen Wilden“ schließlich 28 absolvierte Strecken zu Buche, was für uns einen sehr zufriedenstellenden 15. Platz unter 77 Teams bedeutete. Müde aber glücklich traten wir am Sonntag die Heimreise an mit der Gewissheit, auch in 2 Jahren wieder dabei zu sein!

 

(Bilder: Kästner, Hillmann)

 

Links:

Homepage 24h-OL

Ergebnisse (noch nicht final)

Bericht auf ol.de

Autor: Anja Kästner
Eingestellt am: 02.06.2017