Was ist OL?  ·  Mach mit!  ·  k-O-ntakt 

Ausschreibung 8.Saar-OL-Challenge >
< Ich will es 24 Stunden!


Berlin, Berlin – Wir waren in Berlin!!!

Am Pfingstwochenende machte sich eine kleine Delegation Orientierungsläufer aus dem Saarland auf den weiten Weg nach Berlin, um im Rahmen des Deutschen Turnfestes am 3-Tage-OL teilzunehmen. Über den sportlichen Ergebnissen stand an diesem Wochenende der Spirit des Turnfestes.


Ben gibt als Führender in der Deutschen Park Tour alles

Bärbel läuft auf Platz 4 der DPT-Wertung vor

so sieht volle Konzentration aus

Die Hackeschen Höfe - orientierungstechnisch sehr interessant

Nathalie trotz Hüftschmerzen mit guter Leistung

Ausschnitt der Damenbahn vom Pfingstmontag

endlich am Getränkeposten kurz vor der ehemaligen Grenze

Das Flair des Deutschen Turnfestes war überall in der Stadt zu spüren. Egal, wo man in diesen Tagen in Berlin hinkam, es wimmelte nur so von Sportlern. Annähernd 80.000 aktive Teilnehmer bevölkerten über Pfingsten und die Woche danach die Hauptstadt.  Man kam sich schon fast olympisch vor. Was die Berliner des IHW Alex Berlin für dieses Wochenende auf die Beine gestellt haben, war wirklich toll. Um die 500 Teilnehmer aus nah und fern begaben sich in der Hauptstadt auf Postensuche. Leider war schon vor dem ersten Rennen klar, dass sich unser kleines Team durch Verletzungen weiter verkleinerte. Lediglich neun der elf angereisten Wettkämpfer konnten dann auch aktiv teilnehmen.

Es begann am Samstagnachmittag mit einem Sprintlauf zur Deutschen Park Tour im Volkspark Friedrichshain. Pünktlich zum Start sorgte der einsetzende Regen für zusätzliche Schwierigkeiten. Gepflasterte Wege und Treppenstufen wurden richtig rutschig und erschwerten das schnelle Laufen sowie Richtungswechsel. Allerdings sorgte der Regen auch für etwas Abkühlung. Die beiden Bunkerberge sorgten für Höhenmeter und erhebliche Aufregung, da das eingezeichnete Olivgrün doch häufiger durchquert wurde. Einige Disqualifikationen waren die Folge. Davon blieb unser Team unbehelligt.  Doch nur ein Teil der „Sünder“ wurden erwischt. Die Wege um und über die Bunkerberge erlaubten viele Routenwahlen und somit auch die Möglichkeit auf gehörige Umwege. Trotz des faden Beigeschmacks durch die „Olivsünder“ war es ein toller Lauf und ein schöner Auftakt zu einem interessanten OL-Wochenende.

Sportliche Ergebnisse gab es natürlich auch: In der Klasse der Damen 19 erreichte Nina mit einem guten 10. Platz die einzige saarländische TopTen-Platzierung des Tages. Nathalie tat sich etwas schwerer und landete im Mittelfeld. Mit ihrem Lauf war Jenny aufgrund ihres Trainingsrückstandes einigermaßen zufrieden, nicht aber mit ihrer Platzierung. Ähnlich erging es Rosi (D45) und Bärbel (D55). In der Klasse H-14 erlief sich Ben einen 11. Platz, wobei er mit seiner Zeit nicht ganz zufrieden war. Seine Führung in der Gesamtwertung hat jedoch trotzdem noch Bestand. Ebenfalls zu einem soliden Mittelfeldplatz in einem eng umkämpften H-18er-Teilnehmerfeld reichte es für Jacob mit Platz 14. Bei den Herren 35 verlor Mark erwartungsgemäß seine Führungsposition in der Gesamtwertung. Mit seinem Lauf (Platz 17 von 29) war der Autor dieser Zeilen dennoch einigermaßen zufrieden. Ein Sturz von Ralf auf den rutschigen Passagen verhinderte eine bessere Platzierung bzw. Zeit. Außer ein paar Abschürfungen erlitt er zum Glück keine wesentlichen Verletzungen. Am Abend traf sich ein Teil der Mannschaft dann im Steakhouse, um die Energiespeicher für den nächsten Tag wieder aufzufüllen.

Denn am nächsten Morgen ging es ungewöhnlich früh los: Nullzeit war schon um 7:30 Uhr. Um dem erhöhten Verkehrs- und Menschenaufkommen zu entgehen, war der Start in die frühen Morgenstunden gelegt worden. Leider spielte das Wetter wieder nicht ganz mit. Regen über Regen trübte die Sightseeingtour durch die Berliner Mitte aber nur geringfügig. „Eine Pfütze spiegelt die festen Schritte eilender Passanten im fahlen Morgenlicht“ Dieses Zitat an der Hauswand der Heckmann Höfe im Berliner Bezirk Mitte beschreibt genau das erste Berliner City Race.

Die Premiere hatte mit allem aufzuwarten, was ein tolles Rennen braucht: eine atemberaubende Kulisse (Museumsinsel, Gendarmenmarkt, Hackesche Höfe, Alex, usw.), interessante Routenwahlen (U-Bahnstationen, Unterführungen, lange Passagen, Durchgänge, Ampelanlage mit Pflichtstrecke und „Pflichtpause“) und tolle, relativ lange Bahnen. Sie hat wirklich Spaß gemacht, die anstrengende Sightseeingtour durch die Berliner Mitte. Die Ergebnisse standen heute bei uns nicht ganz im Vordergrund, der Spaßfaktor auf jeden Fall. Die besten Platzierungen erreichten mit Platz 11 (Bärbel), Platz 12 (Jenny) und Platz 13 (Nina) die Damen. Nathalie kam in einem engen Feld der Hauptklasse der Damen mit guter Zeit auf Platz 26. Bei den Männern standen dann nur Mittelfeldplätze (Ben und Jacob) bzw. hintere Plätze (Mark) zu Buche. Zu allem Überfluss leisteten sich Ralf und Rosi noch Fehlstempel. Die Fehler bügelten sie jedoch im Anschluss beim Mannschaftslauf im Rahmen des Turnfestes wieder aus, wo sie Platz 8 von 91 Mannschaften auf der kurzen Mixed-Strecke belegten.

Nach zwei harten ersten Wettkampftagen und einer kleinen Tour durch Berlin am Nachmittag mit Zoo- bzw. Museumsbesuch ging es am Pfingstmontag raus in den Tegeler Forst. Kurios: Vor genau 30 Jahren fand hier ebenfalls ein Wettkampf des Deutschen Turnfests statt! Bei nicht zu warmen Temperaturen und Sonnenschein stand für uns diesmal ein Bundesranglistenlauf (BRL Lang) auf dem Programm. Für uns „saarländische Mittelgebirgler“ ein ungewohntes Terrain. Der Wald im glazial geprägten Gelände bot neben einem unregelmäßigen Wegenetz und Schneisen ein sehr feingliedriges Höhenbild auch abwechslungsreiche Passagen mit viel „Grün“ und Lichtungen. Das Abenteuer perfekt machte der zahlreiche Wildwechsel (Wildschweine fast zum Anfassen). Auch der Untergrund bot Abwechslung mit Straßen, Wegen sowie teils schwer belaufbares Fallholz in den Schneisen. Teils tiefes Geläuf mit Moos und sogar sandige Passagen machten die schweren Beine noch schwerer. Um die langen Strecken noch durchzustehen, mussten die letzten Kraftreserven mobilisiert werden.  

In der Damen-Elite belegte Nina einen tollen fünften Rang. Nathalie sicherte sich in der D-19AK einen vorderen Mittelfeldplatz. Für Ben und Mark lief es nicht so gut. Ankommen war das Ziel. Jeweils zwei komplett versemmelte Posten und schwindende Kondition ließen kein gutes Ergebnis zu. Aber wir haben wieder Erfahrungen gesammelt. Ähnlich erging es Jacob und Ralf, die den langen Strecken am Ende Tribut zollen mussten. Ralf hatte trotzdem noch nicht genug und startete auch noch beim anschließenden Turnfest-Einzellauf im gleichen Gelände, bei dem er in M55 Platz 2 belegte.

In der 3-Tage-Gesamtwertung erliefen sich bei den Damen Nina einen tollen 5. Platz bei der Damen-Elite und Nathalie einen schönen Platz 10 in der D-19 AK. Bei den Herren erreichten sowohl Ben in der H-14 als auch Jacob in der H-18 einen 9. Platz. Mark wurde in der Gesamtwertung der H-40 siebter. Die Anderen fielen aufgrund von Fehlstempeln, Aufgabe oder nicht Antretens aus der Gesamtwertung.

Es waren tolle Tage in Berlin. Insbesondere das City-Race verlangt nach einer Wiederholung. Berlin, wir kommen wieder!


(Bilder: Matthias Jandrig, Sabine Rothaug & Ausrichter)

 

Links:

Wettkampfseite mit Ergebnissen, Zwischenzeiten, Gesamtwertung und vielen tollen Bildern

RouteGadget mit den Bahnen aller Läufe

Bericht auf ol.de

Autor: Mark Reinert
Eingestellt am: 07.06.2017