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OL in phantastischer Bergwelt = SOW >
< Nina Döllgast bei Europäischen Hochschulmeisterschaften am Start


Sommer im OL-Paradies

Die Høiås des Halden SK in Norwegen ist, mitten auf einer riesigen OL-Karte gelegen, ein ganz besonderer Ort. Vor fünf Jahren war ich zum ersten Mal hier und wollte kaum mehr weg. Gruppenhaus mit Kraftraum, großer Umkleide, Sauna, Aussichtsturm und Klettermöglichkeit, kleine Seen im Wald, Heidelbeeren, Sümpfe, Felsplatten, wilde Natur, viele Karten in der Umgebung – was will man als OLer mehr? Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch das Saarländische O-Camp hier Station machen musste. Und so machten sich 13 OL-Begeisterte und ein ebenso begeisterter Hund am 3. August auf ins OL-Paradies.


Høiås-Blick

OL-Karte, so weit das Auge reicht

auf geologischer Exkursion

Mittagspause am Fjord

Kartenausschnitt Vielposten-OL - eines von mehreren WM-Trainings, die wir genutzt haben

das O-Camp-Team 2019

Da aus dem D-Kader leider viele Absagen eingegangen waren, war es eher eine Freunde-und-Familien-Gruppe, die sich auf der Høiås einfand – darunter auch zwei WM-Läuferinnen, die in der anschließenden Woche etwas weiter nördlich für Deutschland am Start stehen werden. Nach einer Zwischenübernachtung in Dänemark (Danke an Familie Becker!) stand nach der Ankunft bald der erste Geländekontakt auf dem Plan: Ein vom erfahrenen Bjarne geführtes Training direkt von der Unterkunft aus, aus dem die Skandinavien-Neulinge viele wichtige Tipps für die kommenden Tage mitnehmen konnten.

Montags fuhren wir nach Skolleborg, um im Weltcup-Gelände von 2018 zunächst O-Intervalle mit Massenstart als WM-Training für Paula zu laufen. Nach einer entspannten Mittagspause ging es dann noch auf eine Mitteldistanz im Nordteil des Gebietes, wo sich jeder in seinem eigenen Tempo mit dem Gelände auseinandersetzen konnte.

Der Dienstag startete leider etwas verregnet, daher wurde die Trainingseinheit auf die Mittagszeit verschoben. Von der Høiås aus konnten wir uns mit dem diesjährigen Festpostennetz aus gut 70 Posten unsere eigenen, passenden Bahnen zusammenbasteln. Danach war dann noch Zeit für eine kleine geologische Exkursion in den Glimmersteinbruch, an dem wir auf unseren Bahnen vorher schon vorbeigelaufen waren, und für ausgiebiges Heidelbeerpflücken.

Zum Glück war für Mittwoch wieder besseres Wetter angesagt und wir konnten zwei weitere tolle Gelände erkunden. Zunächst liefen wir auf der Skårefjell-Karte südlich von Halden nochmals O-Intervalle, die in einem flacheren Felsplattengebiet begannen und uns danach bergab zum Auto führten. Die Mittagspause verbachten wir am Iddefjord, wo vier Mutige sogar eine kleine Runde schwimmen gingen. Als Nachmittagstraining hatte sich Sabine eine Einheit auf ihrer Lieblingskarte (Iddefjordfjella) gewünscht. Wieso sie dort so gerne läuft verstanden wir verbliebenen Trainingswütigen sofort, nachdem wir die Höhenmeter zum Start überwunden hatten. Wunderschöne Felsplatten und traumhafte Ausblicke erwarteten uns, die vielen Details auf der Karte machten es aber nicht gerade einfach, alle Posten zu finden. Umso schöner war es dann, dass das Abendessen in der Hütte schon fertig war, als das Vieltrainierer-Auto an der Høiås ankam. Später wurde dann auch die Sauna mal wieder ausgiebig getestet.

Den Donnerstag verbrachten wir zunächst wieder an der Hütte. Vormittags liefen wir eine Mitteldistanz im Nordteil der Karte, nachmittags war dann ausnahmsweise Pause angesagt. Diese verbrachten wir auf der Festung Fredriksten und mit Eis essen in Halden. Dafür liefen diejenigen, die noch nicht genug Training hatten, am späten Abend noch einen Nacht-OL, knapp vor Mitternacht waren aber alle wieder aus dem Wald zurück.

Die anspruchsvollste Einheit hatten wir uns für den letzten Tag aufgespart – auf der Thuletjern-Karte liefen wir einen Vielposten-OL. Während das Gelände zunächst noch einen „normalen“ Eindruck machte und überraschend gut belaufbar war, ging es nach dem ersten Drittel in eine steinigere, sehr detailreiche Gegend. Spätestens dort war dann allerhöchste Konzentration gefordert, um nicht völlig verloren zu gehen. Mit viel Kartenkontakt war das Training aber machbar und alle kamen wieder wohlbehalten aus dem Wald. Mancher mit den Händen voller Pfifferlinge, die beim Abendessen Verwendung fanden. Vier Trainingsbesessene liefen nachmittags auf der Høiåskarte noch ein Abschlusstraining, die allerletzte Einheit absolvierte jedoch Leon als Nacht-OL. Die letzten Posten und seine Ankunft wurden vom Turm aus verfolgt und gefeiert.

Samstags hieß es dann früh aufstehen um zu packen, die Unterkunft zu reinigen und möglichst früh abfahren zu können. Auch wenn die Fahrt weit war bin ich sicher: Wir kommen wieder! Nach dieser entspannten, aber OL-reichen Woche mit bis zu 12 Stunden Training blicken wir nun gespannt auf die WM und wünschen dem deutschen Team viel Erfolg bei den Läufen. Das Saarland ist diesmal nicht vertreten, aber dafür nimmt Moritz als Einstieg nach gerade überstandener Verletzung, die ihm die Teilnahme an den Testwettkämpfen kostete, an den Zuschauerläufen teil. 

(Bilder: Döllgast)

 

Links:

Homepage Halden SK

Homepage WOC 2019

 

Autor: Nina Döllgast
Eingestellt am: 13.08.2019