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OL in phantastischer Bergwelt = SOW

Nur drei Tage Swiss-O-Week - lohnt sich das denn? Und ob! Familiäre und berufliche Verpflichtungen machten leider einer Teilnahme beim traditionellen saarländischen O-Camp dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung. Aber die Sommerferien ganz ohne OL? Das war dann doch keine tolle Vorstellung. Also beschlossen Anne und ich kurzerhand ein wenig Schweizer Luft zu genießen und zumindest die ersten drei Etappen der SOW in Gstaad mitzulaufen.


Anja und Anne in Gstaad

SOW-Ziel in malerischer Kulisse

mal was Neues: Gletscher-Labyrinth-OL!

Anne, Moritz und Jacob, hier noch frisch zur Mitte der Woche

Kartenausschnitt einer Challenge-Bahn - ganz schön viele Höhenlinien!

So fuhren wir die vergleichsweise kurze Strecke vom Saarland zu den Eidgenossen. Ein sehr nettes „Übernachtungsasyl“ fanden wir in der Unterkunft bei meinem alten Heimatverein USV Jena. Ihnen hatten wir auch Till mitgebracht, der, kaum dass wir am Samstagnachmittag angekommen waren, auch schon zur ersten Trainingseinheit drängte. So konnten wir uns nach der Autofahrt nicht nur die Beine vertreten, sondern auch einen ersten Vorgeschmack auf das alpine OL-Gelände bekommen. Steil, steiler, am steilsten schien der Hang, an dem sonst wohl hauptsächlich Kühe unterwegs sind. Der Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge war atemberaubend. Zurück in der Unterkunft waren unsere Berichte wohl so überzeugend, dass für den kommenden Nachmittag ein gemeinsames Training aller SOW-Thüringer geplant wurde.

Zuvor stand jedoch die erste Etappe der SOW an: „Die Kultivierte“, ein Sprint im beschaulichen Gstaad. In der richtigen Alterskategorie kann man nur laufen, wenn man die gesamte Woche dabei ist, so entschieden wir uns für Tagesanmeldungen, die Challenge-Version natürlich, die schwierigeres Orientierungsniveau versprach. Um das Meldegeld auch voll auszukosten, hatten wir uns für die längste und schwierigste Tagesanmeldung entschieden, Challenge long. Schnell war es … und nett mit kleinen kniffligen Passagen und für einige Bahnen auch einem unterirdischen Posten… allerdings nicht DAS Schweizer Berge Gefühl, für das wir gekommen waren. Das erwartete uns am Nachmittag erneut im bereits angekündigten Training, bei dem wir erfahrenen OLer wie Sören, Till und ich jeweils kleine Gruppen durch das Gelände führten.

Die zweite Etappe „Die Panoramische“ am Col du Pillon hielt, was ihr Titel versprach. Allein der Weg vom Pass, wo die Busse endeten, zum WKZ war eine kleine Bergwanderung. Am WKZ bot sich ein traumhaftes Panorama mit kleinem Bergsee im Vordergrund. Manche Läufer durften ihre Bergwanderung zum Start fortsetzen, hatten sie doch einen Höhenunterschied von über 400Hm und eine veranschlagte Gehstrecke von 75 Minuten allein zum Start zu bewältigen. Unser Start war etwas näher gelegen, allerdings auch mitten auf den Almwiesen. Das Gute an Tagesanmeldungen ist, dass man sich seine Strecke und auch die Startzeit jeden Tag selbst wählen kann. Anne hatte sich für Challenge short entschieden, war für diese doch auch ein

O-Niveau wie D/H 14-16 angegeben. Sie kam sicher und schnell über ihre Bahn, wurde schließlich Fünfte von rund 90 Startern und fand es „ein bißchen zu einfach“. Ich hatte bei der Challenge Mittel da schon ein paar mehr Herausforderungen insbesondere im weiß gezeichneten, aber irgendwie sehr grünen und steilen Waldbereich. Kaum im Ziel angekommen, machten wir uns schon auf den Abstieg zum Pass. Denn uns blieb nur dieser eine Nachmittag, um das ganz besondere Erlebnis des Gletscher-Labyrinth-OLs zu nutzen. Auf dem Glacier 3000 in fast 3000m Höhe hatten die Organisatoren ein OL-Labyrinth aufgebaut. Leider hatten wir zu wenig Zeit, um die Strecke vom Pass nach oben zu wandern. So nutzten wir ganz entgegen unserer sonstigen Bergwanderphilosophie die Seilbahn und waren schon mittags am Gletscher. Noch mussten einige Dinge fertig gestellt werden, bevor wir dann parallel gegeneinander startend als erstes Paar den Labyrinth-OL laufen durften. Dies war natürlich kein Nachmittag füllendes Programm, daher gönnten wir uns eine lange Wanderung am Bergmassiv über den Gletscher.

Am Dienstag stand schon unsere letzte, die dritte Etappe „Die Genussvolle“ auf dem Programm. Bei gleichem Wettkampfzentrum wie am Vortag waren dieses Mal bei kurzen knackigen Postenverbindungen am Steilhang viel Konzentration O-technisch und läuferisch gefragt. Anne stellte sich der höheren Herausforderung der Challenge Mittel Bahn, meisterte diese souverän und ich war letztendlich froh, von diesem Youngster nicht jetzt schon deplatziert zu werden und doch noch wenige Minuten Vorsprung ins Ziel zu retten.

Für uns war damit das Schweiz-OL-Erlebnis schon beendet, aber den Termin in zwei Jahren in Arosa haben wir bereits fest im Visier.

Ganz passend dem Ausspruch „Nach uns die Sintflut“ verliessen wir bei strahlendem Sonnenschein Gstaad, ließen uns dann aber sagen, dass es nur wenig später sintflutartig regnete.

Nur drei Saarländer (Bärbel, Moritz und Jacob) kämpften sich tapfer über alle sechs Etappen und berichteten trotz vieler Höhenmeter und teilweise langer Laufzeiten über ein tolles Sommer-OL-Erlebnis.

 

(Fotos: Kästner)

Homepage Swiss O Week

 

Autor: Anja Kästner
Eingestellt am: 18.08.2019